Finland

Between sky and Sea

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“Ich habe Heimweh nach einem Land, in dem ich niemals war”

Die Uhr ist umgestellt. Es ist Nacht, um fünf Uhr nachmittags. Jetzt fängt der Winter an, jetzt kommt das dunkle kalte Finnland. Die Gradzahl sinkt schon mal unter Null, kleine feine Flocken fallen vom Himmel, noch nicht groß genug um wirklich sichtbar zu sein und morgens ist das Gras vom Frost ganz hart unter den Füßen. Ich hab den Herbst in Finnland sehr geliebt, mit all den Farben und dem Sonnenschein und Eichhörnchen, die von Bäumen geschimpft haben.

Denn als die Tage noch länger waren sind wir auf den großen Hügel geklettert, aus Fels und Wald und weichem Moos, unter dem die Trolle wohnen, der Hügel, von dem aus man ganz weit hinten das Meer sehen kann. Und unter sich ein Blättermeer in Finnlandfarben, ja so sieht Finnland aus, rot gelb golden. Und blau, der blaue Himmel über allem und die weißen Wolken, die hier so tief und nah und gewaltig aussehen. Dort oben kann man stehen und sich drehen und in jede Richtung geht es weiter. Und dann ans Meer. Durch hohe Schilfstängel, größer als man selbst, auf Pfaden durch den Sumpf zum Meer. Dort finden wir ein Boot, ein Kajak. Voll mit Laub. Und fahren kurz raus, doch der Wind ist zu stark und so kehren wir um. Klopfen an Hintertüren von großen gelben Häusern, weil wir plötzlich irgendwo im Garten stehen und werden hereingebeten. Ich trau mich kaum, mit meinen Waldschuhen auf den kostbaren Teppich. Und einmal durch das Haus geführt geht’s zur Vordertür wieder hinaus, weiterlaufen, nach Haus. Nachmittage in der Herbstluft, die einen durchspülen und spüren lassen, wo man ist. Und dass man nirgendswo anders sein sollte.

 

Wir besuchen Vilnius und Riga. Fahren dabei durch ein Land so grau und eingeschlafen, dass ich durch die Busscheibe nicht verstehen kann, wie man hier lebt. Doch in den Städten ist es sehr lebendig, Altstädte mit großen Pflastersteinen über die wir laufen, laufen laufen laufen,  schauen, dann nach Essen suchen. Denn alles hier ist so günstig, und wir essen und trinken und essen und trinken weil in Finnland kostet alles das Dreifache. Unsere Hostelnächte sind nicht weniger ereignisreich als die Tage, obwohl wir dabei nur im Bett liegen, aber Schnarchen ist bei weitem nicht das Schlimmste was einen nächtens um den Verstand bringen kann…

 

Die Uni schläft unterdessen, ich bin schon seit zwei Wochen nicht mehr dort gewesen und versuche stattdessen von zu Hause aus zu arbeiten. Ich habs wirklich versucht! Aber man findet so viel Ablenkung und eigentlich bin ich doch auch gar nicht nur zum studieren hier. Letztlich ist es einfach eine Reise in die Fremde. Fremde, die mir mittlerweile so lieb geworden ist, dass die letzten sechs Wochen, die ich hier noch habe, sich anfühlen wie nur noch ein paar Tage und mich der Gedanke daran traurig stimmt. Es folgen noch zwei Reisen, eine nach Oslo und Bergen und eine in das richtige Finnland, das Finnland das man von Fotos kennt und von Geschichten – Lappland! Wir werden den Weihnachtsmann besuchen, eine Huskyschlittenfahrt machen, die Kälte spüren, die Dunkelheit erleben. Bevor es dann zurück nach Hause geht.

 

Ich schaue aus dem Fenster, das reinste Chaos: Große und kleine Schneeflocken wirbeln aus dem Himmel hinab, drehen sich, fliegen gegen das Glas, fallen zu Boden, verschwinden. Der erste richtige Schnee. Aber für eine weiße Decke reicht es kaum. Ja, der Winter bricht nun an.

 


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“Bin in Flüsse gesprungen, egal wo wir waren, hab so viel gesehen, von der Welt in den Jahren”

Ich geh durch die letzten Sonnenstrahlen des Sommers. Sie scheinen durch die dichten Bäume auf den moosbewachsenen Waldboden. Der ist dunkel, und mit leuchtend gelben Blättern gesprenkelt. Irgendwo riecht es nach grillen, Sommer ist noch nicht ganz verschwunden. Aber der Herbst lauert schon, und abends riecht es nach Kälte. Und fühlt sich auch schon so an. Das ist Finnland, das ist Turku, aber so ist es überall auf der Welt und ich fühle mich ein Stück weit zu Hause. Denn ich mag es hier mittlerweile so sehr. Über einen Monat bin ich nun hier, es kommt mir länger vor aber wenn ich an die Zeit denke, die noch kommt, verfliegt sie mir schon viel zu schnell.

 

Vielleicht bin ich auch schon ein wenig finnischer geworden. Durch um 2 Uhr morgens ins Meer springen zum Beispiel, auf der Insel, wie das hier unter uns nur heißt. Die Halbinsel, auf der die Uni liegt und auf der einige von uns wohnen. In der Dunkelheit sind wir zum Steg gerannt und reingesprungen. Und es war kein bisschen kalt! Okay, finnischer wäre es gewesen vorher in die Sauna zu gehen. Denn die Sauna ist der finnischste Ort überhaupt. Die gibt’s hier überall. An der Uni, direkt nebenan von unseren „Klassenräumen“, in jeder Ferienhütte, einfach immer:Sauna. Apropos Uni. Die Insel ist wirklich schön, von viel Wasser umgeben, nur 10 Minuten von der Uni bis zum Meer, an Apfelbäumen vorbei. Man kann Golf spielen, oder Trampolin springen. Und alles ist schön klein und übersichtlich, man gewöhnt sich sehr schnell ein. Die Lehrer sind sehr offen und hilfsbereit. Nur das Unisystem ein wenig anders. Mehr eigenverantwortliches Arbeiten allein oder in Gruppen, weniger Vorlesung. Selbstdisziplin! Deutsches Universitätsniveau?

 

Internationale Dinerparties sind eine gute Abendbeschäftigung. Und Tanzen gehen kann man danach auch schon mal! Aber es stimmt. Die Finnen trinken viel und heftig. Auch wenn uns immer noch schleierhaft ist, wie man das finanzieren kann. Und dann lieben sie auch noch Glücksspiel. In jedem Supermarkt gibt’s einarmige Banditen, und davor gibt’s eine Reihe von Finnen. Ach und Kinder haben die hier gern, jeder dritte Finne schiebt nen Kinderwagen. Und der Kindergarten unten vor meinem Fenster verkürzt mir morgens regelmäßig meinen Schlaf. Oh, und die Busfahrer! Die sind hier nett, nette Busfahrer! Man mags kaum glauben. Aber man winkt ja auch jedes Mal freundlich, damit der Bus anhält. Die Finnen sind generell recht höfliche Menschen. Aber auch schweigsame. Und so hübsch wie die Schweden sind sie nicht. Müssen sie auch nicht. Sie sind liebe Menschen, das mag ich viel mehr.

 

Regentage eignen sich gut, um Reisen zu planen. Zum Beispiel mit der Fähre nach Stockholm. Oder mit dem Flugzeug nach Oslo, und dann weiter mit der Bahn über die Berge nach Bergen. Hoffentlich liegt dann dort oben schon Schnee. Und wenn der noch nicht reicht, im Dezember geht’s nach Lappland! Zu Rentier, Husky und Weihnachtsmann.

Mein Bücherregal füllt sich unterdessen mit finnischer Literatur. Kalevala, das finnische Nationalepos à la Nibelungenlied. Oder eine Geschichte über sieben finnische Brüder in der Wildnis. Abends gehen wir in klassische Konzert (Stichwort Jean Sibelius). In einem Paket von zu Hause erreicht mich demnächst Merinowolle-Unterwäsche aus Neuseeland – für arktische Temperaturen… Dabei ist der Sommer noch gar nicht ganz fort. Auch wenn die Sonne schon um acht untergeht. Ich freu mich erstmal auf den Herbst.

Mit Moni und Yvonne. Und französischem Pöbel.

…und mit Thorge.

Monis und mein Platz für tiefgründige Gesprächsrunden.

Ja, wir sind mitm Radl da!

♥ Finnland


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Von Italienern, Esten, Musik und Meer.

Der Sommer ist hier und es ist warm und schön und wir beschließen nach Tallinn zu fahren. Für ein paar Tage, und im Anschluss noch ein bisschen Helsinki. Letzten Mittwoch bringt uns der teure finnische Zug dann erst in die Hauptstadt und die Fähre setzt uns über in die nächste Hauptstadt, die vom kleinen feinen Estland. Wir sind schon vorab mehr als begeistert - denn in Tallinn kostet eine Nacht im Hostel nicht viel mehr als zehn Euro. Eine extra Tasche muss ausreichen, um nachher all die Einkäufe ins kostspielige Turku zu überführen, kostbare Flüssigkeiten haben oberste Priorität…

Das erste auf das wir in Tallinn treffen sind Italiener. Das erste was sie von uns wollen, nachdem sie uns bis zum Hostel gefolgt sind, sind unsere Nummern. Es folgen die erste Abfuhr und unser Einzug ins Hostel. Schon auf dem Weg dorthin bemerken wir die moderne Architektur Tallinns, die sich perfekt in die alten Gassen und Lagerhallen einfügt. Tallinn scheint ganz schön zu sein!

Und dieser Eindruck bestätigt sich die nächsten Tage mehr als nur einmal. Ich verliebe mich in diese Stadt, die irgendwo zwischen Mittelalter und Moderne, günstigem aber grandiosem russischen Essen und finnischer Sprache, Verschlafenheit und pulsierendem Leben steckt. Und so voller Menschen, Musik, Licht und Schönheit ist. Die Sommerabende in der Altstadt machen süchtig, wir laufen von einem Konzert in alten Kellerräumen mit famosen Livebands über große Pflastersteine in die nächste Bar, das nächste Restaurant, lassen uns auf Kirchentreppen nieder und die Augen über die Menge streifen, treffen Weltenbummler, Westberliner, essen mit Finnen russische Pelmeni. (Pelmeni sind ursprünglich aus Tatarstan und Sibirien stammende, in Wasser oder Brühe gekochte und mit Fleisch gefüllte Teigtaschen, die man entweder als Suppeneinlage oder als Hauptgericht isst. Heute zählen sie zu den russischen und ukrainischen Nationalgerichten. Weiß: Wikipedia.)

Tagsüber durchlaufen wir die Gassen entlang und sehen uns in den kleinen Läden satt, steigen in Busse in der Hoffnung, am Meer zu landen, landen am Meer, freuen uns dran und flüchten vor Gewitterwolken. Der Sand hat dieses Wellenmuster, und es fühlt sich gut an nach all dem harten Asphalt. Zwischendurch immer wieder Italiener, Männer die mitten auf der Straße Walzer tanzen wollen und Esten. Esten, die uns von Kirchentreppen auflesen und sagen, wir sähen so traurig aus. Down. Aber das sind wir gar nicht. Egal, kommt mit auf ein Bier. Und wir kommen mit auf ein Bier und hören von Esten und Russen und warum sie sich mit Ziegelsteinen bewerfen bis jemand stirbt, warum die Arbeit bei der Tageszeitung stressiger ist als die bei der Wochenzeitung und man am besten einfach Bücher übersetzen sollte. Askur ist ein Schreiber, Journalist, Übersetzer, vielleicht Mitte dreißig und ziemlich betrunken. Sein Englisch ist hervorragend, mit seinen Haaren erinnert er mich ein wenig an diese eine Fotoserie von Johnny Depp, und mit der Zigarette zwischen den Fingern wischt er sich immer wieder die eine Strähne aus der Stirn. Er fragt, was wir von Estland halten, und warum man im Norden Deutschland so anders redet als im Süden, er will mit uns Billiardspielen gehen in der Kneipe, in der er schon gestern abend war. Und wir sollen ihn vor der Frau beschützen, gegen die er dort gestern abend gespielt hat. (“against men I can defend myself. but women…”). Der Geldautomat hat seine Karte gegschluckt, deswegen hat er nach unserem Bier keinen Ausweis mehr, der ist jetzt Pfand. Und wir sollen aus Tallinn rausfahren, auf der Straße nach St. Petersburg. Und beim 49. Kilometer links abbiegen. Und dann, dann kommen wir ans Meer, und sehen Orte, die wir nie wieder vergessen werden. Er malt es auf, auf die Rechnung unseres Abendessens. Wir spielen zwei Runden Billiard. Und ich bezahle sein Bier. Und irgendwann gegen zwei gehen wir nach Hause.

Und wir folgen Akurs Rat, wir wollen uns ein Auto mieten und in den Nationalpark fahren, durch Wälder bis ans Meer. Doch dieser romantischen Vorstellung macht die Realität einen Strich durch die Rechnung: Uns fehlt sowas existenziell wichtiges wie eine Kreditkarte. Okay, Busplan durchforstet, im estnischen Kauderwelsch einen Bus entdeckt, eingestiegen, eine Stunde durch kahle Landschaft und moosüberzogene Tannenwälder gefahren, und schließlich in Käsmu angekommen. Irgendwo am Meer. Der einzige Bus zurück fährt in sechs Stunden. Dabei haben wir nur ein Handtuch, ein Buch, ne Banane und die Kamera. Nach drei Tagen in der Stadt mit zu viel Lauferei und Menschen kommt dieses kleine Fischer- und Segeldorf und saugt uns in eine andere Welt. Hier ist es still. Schön still, so ruhig. Alles einen Gang zurück, alles viel entspannter, alles so unbeeindruckt von der Zeit. Hier geht morgens die Sonne auf und abends unter. Und dazwischen gehen Großmütter mit ihren Enkeln an der Hand ins Meer, zwischen den großen Steinen fließt das warme Wasser, die Algen daran schaukeln in der Strömung, der Himmel ist wolkelos und mit den Füßen im Wasser schaue ich auf die Linie zwischen Blau und Blau, irgendwo weit weg. Hier stehen alte Schiffe am Strand, die fahrtüchtigen liegen im kleinen Hafen, Zelte sind aufgeschlagen, die Blumen blühen und es riecht nach Wald.

Sechs Stunden gehen schneller rum als man denkt, auch wenn die Zeit nicht wirklich an diesem Ort interessiert zu sein scheint. Wir laufen über Kiesel im Wasser, liegen auf Steinen mit den Haarspitzen im Meer, tauchen in Wälder ein, in denen es so grün ist wie in Märchen. Irgendwann verlassen wir das wundervolle Tallinn, in das, da bin ich mir sicher, ich sehr bald zurückkehren möchte.

Die Fähre bringt uns zurück nach Helsinki, wo wir noch eine Nacht bei Mikko auf der Couch schlafen. Wir schauen uns die botanischen Gärten an, fahren auf eine Insel, die mal eine große Festung war, lassen uns dort auf den Felsen am Meer nieder und holen uns nen Sonnenbrand, gehen in eine riesige Buchhandlung aus der ich gar nicht mehr so recht weg mag. Sind frustriert über alles was teuer ist, aber freuen uns über den Sommer, der in Finnland immer noch da ist. Abends laufen wir über einen großen Friedhof und lesen die Namen auf den Grabsteinen, setzen uns an den Strand mitten in der Stadt und sehen die rote Sonne im Meer versinken. Ja, Finnland ist schön. Finnland ist sehr schön!

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“home is like ink under the skin”

Turku, finally!

Nach unseren ersten Nächten in Tampere brechen wir am vergangenen Donnerstag nach Turku auf. Der Zug bringt uns durch finnische Wälder in die Hände unserer Tutorinnen, die beim Anblick unseres Gepäcks wohl am liebsten wieder weggelaufen wären… Alles kann dennoch erfolgreich im Auto verstaut werden und nach einiger Fahrt über die steilen Straßen Turkus kommen wir in Päivanpäiste an - unserem Wohnheim. Finnisch für Sonnenlicht. Okay… zwei volle Ikea-Tüten unserer Tutorinnen später sowie deren knappe Verabschiedung mit den Worten: “Ihr habt im Bad irgendwie kein Licht und Strom und naja alles weitere dann morgen” stehen wir erstmal da. Und bemerken: Außer Möbeln ist hier wirklich nichts. Keine Vorhänge, kein Geschirr, kein Essen, keine Nachbarn. Der weitere Tag sieht vor: Einkaufen, Wohnung sauber machen, sich des Lebens freuen - Hilfe holen!

Diese Hilfe kommt gleich im Doppelpack, hört auf die Namen Daniel und Emmanuel, kommt aus Ghana und ist für die nächsten Tage wirklich unsere Rettung. Die beiden Zwillinge wohnen im selben Haus und haben uns erstmal unter ihre Fittiche genommen. Supermarket zeigen, Fragen beantworten, vergeblich den Strand suchen aber dafür tolle Aussichtsplätze entdecken… Und nach Ikea fahren sie uns sogar auch, das war super. Zwei Männer schieben den Wagen während drei Mädels kreuz und quer durch den Laden rennen. Ja drei, denn wir haben noch Zuwachs bekommen, Moni aus Trier ist bei uns eingezogen und zusammen rocken wir nun Turku. Es ist alles sehr lustig zusammen und wir wuseln uns so durch.

Die Finnen sind scheinbar ein sehr entspanntes Völkchen, es können wirklich alle Englisch und sind sehr aufgeschlossen. Zum Glück sind sie nicht alle so hübsch wie die Schweden – das wäre ja fatal. Aber ich mag ihren Style und ihre Art. Nur verstehen tut man nichts – vom Finnischen. Turku ist auch ganz nett. Auf dem großen Marktplatz gibt es sehr günstig Obst und Gemüse. Das Beste: Erbsen aus der Schote! Wow hat mich das an meine Kindheit erinnert. Ich hab schon zwei große Tüten gegessen… so wie seit Ewigkeiten nicht mehr. Ansonsten ist es hier gar nicht so viel anders. An meiner Wand hängen all die Fotos von zu Hause, in meinem Regal stehen Bücher und Abschiedsgeschenke, Reiseführer und Kameras. Die Leitung nach zu Hause ist eh gelegt. Am 24. geht die Uni los, vorher stehen noch Tallin und Helsinki auf dem Plan. Und irgendwie freue ich mich schon auf den Schnee…

 

Erbsen aus der Schote… mmhhm.

Ein Spaziergang und da hinten das Meer.

Mit Yvonne und Daniel.

ein Stück Heimat.

mein Zimmerchen.

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How hard it is to escape from places

Nach über drei Jahren ist es wieder soweit, ich halts nicht mehr aus an einem Ort und verlasse Deutschland, um irgendwo anders irgendwas anderes zu machen. Finnland jetzt mal, in den Norden und immer noch Europa, nicht Neuseeland und alles ein bisschen näher. Trotzdem weg.

Am Flughafen hats wieder ganz schön gekribbelt, im Bauch und ich konnte nicht still stehen weil ich so aufgeregt war. Und dieses Ziehen war auch wieder da, denn Abschiednehmen gehört dazu und ist nicht unbedingt das Schönste an der Sache. Aber es sind nur Abschiede im Raum, und die Zeit vergeht zu schnell.

Im Flugzeug hats dann auch gekribbelt, im Bauch, und der Flug war gut. Geklatscht hab ich allerdings nicht (auch wenn meine Mitflieger scheinbar sehr begeistert waren).  Gelandet sind Yvonne und ich dann in Tampere. Und es ist überraschend warm in Finnland! 26 Grad, Sonne, ein netter Wind. Da soll nochmal jemand sagen Finnland wäre kalt. Mit 40 Kilo Gepäck haben wir uns aufgemacht das Dream Hostel zu suchen, nicht weit vom Bahnhof, wo wir mit dem Bus ankamen. Bewaffnet mit je einem riesen Rucksack und zwei übervollen Koffern haben wir uns durch finnische Straßennamen gekämpft und gewonnen! Das Hostel war ein Traum. Zwar eher schwedisch als finnisch, die reinste Ikea-Katalog-Imitation, aber sehr sympathisch. Und die Italiener, die in der zweiten Nacht in unser Zimmer kamen, haben nicht mal geschnarcht.

Tampere ist die drittgrößte Stadt in Finnland und in den zwei Tagen, die wir da waren, haben wir es sehr gemocht. Sehr sauber hier alles, und Blumen überall. Tampere hat viel Wasser, da sind wir dran langgelaufen. Und viele Läden, da waren wir auch drin. Und eine Muumin-Ausstellung. Ich glaub Muumins sind die Nationaltiere hier oder so. Gibts überall! Was auch immer Finnland mit nilpferdartigen Fabelwesen am Hut hat… Die Bilanz der ersten Tage brachte uns also vor allem Muskelkater von der vielen Lauferei. Und die Erkenntnis, dass es wohl noch dauern wird, bis es sich alles nicht mehr nur nach Urlaub anfühlt, sondern wir tatsächlich für ne Weile hierbleiben. Fünf Monate sogar. Achso, und die Jungs haben alle Dreads hier. Oder zumindest lange Haare. Und was Illegales haben wir auch gleich gemacht. Alkohol auf nem öffentlichen Platz (einer Schaukel im Park) getrunken. Cider genauer gesagt. Aber Cider und Bier sind offenbar schon wieder erlaubt. Nur nix Hartes. Könnten wir uns eh nicht leisten - eine Dose Cider kostet schon 2 Euro! (Und das bei LIDL…). Dafür gibts tolle Cider-Sorten: Grüner Apfel, roter Apfel, Birne, Ananas, Himbeer, Waldfrucht.

Aber in Tampere wollen wir ja nicht bleiben. Und auch zwei Tage aus drei Koffern zu leben reicht irgendwie. Reisen ohne Feststellplatz und einen Ort für all den Kram kann schon anstrengend sein. Also freuen wir uns auf einen Kleiderschrank, eine Wand für all die Fotos und ein eigenes Bett. Und setzen uns am Donnerstagmittag in den Zug nach Turku. Einer weiteren Zwischenstation im Leben.

Finnland wird glaub ich großartig!